Wo das Leben endete und wieder begann

Ein besonderer Grund, sich glücklich zu schätzen

Vor 66 Millionen Jahren starben die Dinosaurier und die Hälfte aller anderen Arten auf der Erde aus. Dieses gewaltige Massensterben war lange Zeit ein Rätsel. Bis zu dem Tag, an dem ein amerikanischer Geologe die Stevns-Klippe besuchte und in den dünnen Schichten von Fiskeler Spuren einer globalen Katastrophe fand. 

Stevns Klint Experience entführt Sie in die Geschichten, die in den Schichten der Stevns Klint verborgen sind und die dazu führten, dass die Stevns Klint 2014 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde.

Asteroid auf Kollisionskurs mit der Erde

Vor gut 66 Millionen Jahren war die Erde von heftiger vulkanischer Aktivität in dem Landstrich geprägt, den wir heute als Indien bezeichnen. Als also ein riesiger Asteroid auf die Erde zusteuerte, war unser Planet bereits seit langem starken Klimaveränderungen ausgesetzt.

Die Kreidezeit und die Dinosaurier

Bei der „Stevns Klint Experience“ erhältst du einen Einblick, wie das Leben in unseren Breitengraden vor dem Meteoriteneinschlag aussah. Damals gab es die Stevns Klint noch gar nicht. Dänemark und große Teile Nordeuropas waren vom Kreidemeer bedeckt. Die Dinosaurier beherrschten das Festland, während Haie, riesige Mosasaurier, Fische, Ammoniten, Seeigel und winzige Algen im Meer lebten.

Die Spuren der Katastrophe

Der Asteroid hatte einen Durchmesser von etwa 10 bis 50 km und traf die Erde mit solcher Wucht, dass mehr als die Hälfte der Tierwelt auf unserem blauen Planeten ausgelöscht wurde. An der Erdoberfläche waren so gut wie alle Raubtiere verschwunden – ein Unglück für die Dinosaurier, aber ein Glück für uns Menschen, denn nun wurden die Säugetiere, die überlebt hatten, nicht mehr gefressen, sobald sie auftauchten. Das Leben ging weiter, blühte auf und entwickelte sich zu dem Leben, das wir heute kennen. An der Stevns-Klippe lassen sich die Spuren dieser globalen Katastrophe hautnah in der graubraunen, dünnen Schicht – dem sogenannten „Fiskeleret“ – erleben.

Vor, während und nach dem Einschlag

Die Ausstellung gliedert sich in drei Hauptteile: Die Welt vor dem Einschlag – währenddessen – und danach. Die lokalen Folgen am Einschlagort selbst, Chicxulub im heutigen Mexiko, waren verheerend. In einem Umkreis von 1.500 bis 2.000 Kilometern wurde alles verwüstet. Folgeerscheinungen wie Druckwellen und Tsunamis setzten ein – und verformten die Erde noch weiter. Enorme Mengen an Staub wurden in die Atmosphäre gewirbelt und hüllten den gesamten Erdball in völlige Dunkelheit, die mehrere Monate andauerte. Nur sehr wenige Pflanzen und Algen können eine solche Zeit überstehen – und das bedeutete auch ein Massensterben der Pflanzenfresser, woraufhin auch die Raubtiere zugrunde gingen. Ganz kleine Säugetiere überlebten die Katastrophe. Sie konnten sich gut an die neuen Lebensbedingungen anpassen – und hatten zudem das Glück, zu überleben. Deshalb bilden sie den Stammbaum der 6.000 Säugetierarten, die heute auf der Erde existieren – und deshalb hat die Stevns-Klippe eine besondere Bedeutung für Menschen auf der ganzen Welt.

Die Theorie von Walter Alvarez

Im September 1978 traf der amerikanische Geologe Walter Alvarez in Stevns Klint ein. Er war überzeugt, dass der schmale, graue Streifen in der Klippe den Zeitpunkt einer gewaltigen Veränderung des Lebens auf der Erde verdeutlichte. Im Jahr 1980 stellte Walter Alvarez seine Theorie in der Fachzeitschrift „Science“ vor. Kurz darauf und unabhängig davon wurde dieselbe Theorie vom niederländischen Paläontologen Jan Smit vorgeschlagen. Der Einschlagort selbst war zu diesem Zeitpunkt noch nicht gefunden worden. Im Jahr 1992 entdeckte man einen riesigen Krater auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko, in der Nähe der Stadt Chicxulub. Der Krater entstand am Ende der Kreidezeit durch den Einschlag eines Asteroiden mit einem Durchmesser von 10 Kilometern – man hatte nun den Einschlagort des Asteroiden ausfindig gemacht.

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