Das fünfte große Massensterben

Vor 66 Millionen Jahren starben die Dinosaurier und die Hälfte aller anderen Arten auf der Erde aus. Dieses gewaltige Massensterben war lange Zeit ein Rätsel. Hier findest du die Antworten darauf, was damals geschah.

Asteroid auf Kollisionskurs mit der Erde

Vor gut 66 Millionen Jahren war die Erde in dem Landstrich, den wir heute als Indien bezeichnen, von heftiger vulkanischer Aktivität geprägt. Da ein riesiger Asteroid auf die Erde zusteuert, ist unser Planet daher schon seit langem starken Klimaveränderungen ausgesetzt.

Die Kreidezeit und die Dinosaurier

Der Asteroid hatte einen Durchmesser von etwa 10 bis 17 km und traf die Erde mit solcher Wucht, dass mehr als die Hälfte aller Arten auf unserem blauen Planeten ausgelöscht wurde. An der Erdoberfläche waren so gut wie alle Raubtiere verschwunden – ein Unglück für die Dinosaurier, aber ein Glück für uns Menschen. Damals gab es die Stevns-Klippen noch gar nicht. Dänemark und große Teile Nordeuropas waren vom Kreidemeer bedeckt. Hier gediehen Haie, riesige Mosasaurier, Fische, Ammoniten, Seeigel und winzige Algen prächtig.

Die Welt vor der Katastrophe

Über Millionen von Jahren hinweg waren die Lebensbedingungen auf der Erde recht stabil gewesen. Große Teile der Landmassen der Erde waren vom Meer bedeckt, und auf dem Festland herrschten die Dinosaurier. Doch dann geschah etwas. Im Gebiet des heutigen Indiens setzte eine massive vulkanische Aktivität ein, und über Jahrtausende hinweg spuckten heftige Vulkanausbrüche enorme Mengen giftiger Gase aus. Die vulkanischen Gase führten weltweit zu Klimaveränderungen. Das Leben auf der Erde stand unter massivem Druck, und Arten begannen in beunruhigend hohem Tempo auszusterben. Doch es sollte sich bald herausstellen, dass es noch viel schlimmer kommen würde.

Die Welt in der Katastrophe

Die lokalen Folgen am Einschlagort selbst, Chicxulub im heutigen Mexiko, waren verheerend. In einem Umkreis von 1.500 bis 2.000 Kilometern wurde alles verwüstet. Auf den Einschlag selbst folgte eine Reihe heftiger Ereignisse wie Erdbeben, Druckwellen und Tsunamis. Enorme Mengen an Staub wurden in die Atmosphäre gewirbelt und hüllten den gesamten Erdball in völlige Dunkelheit, die mehrere Monate andauerte. 

Und nach der Katastrophe

Obwohl der Asteroideneinschlag eine der gewaltigsten Explosionen auslöste, die jemals auf unserem Planeten stattgefunden haben, und die darauf folgenden Feuerstürme, Erdbeben, Tsunamis, Dunkelheit und Kälte so viel Tod und Zerstörung mit sich brachten, dass Ökosysteme zusammenbrachen – ging das Leben weiter.

Eine zentrale Rolle in der Forschung zu Massensterben

Stevns Klint bewahrt den deutlichsten globalen Beweis für das massive Massensterben, das vor 65 Millionen Jahren durch einen Asteroideneinschlag verursacht wurde.
Forschung und Weltkulturerbe

Wissenschaftliche Forschung ist ein wichtiger Bestandteil der Aufnahme in das UNESCO-Welterbeverzeichnis. Die Forschung liefert wichtige Erkenntnisse über das Welterbe selbst, darüber, warum es zum Welterbe erklärt wurde und wie es für künftige Generationen erhalten werden kann.

Forschung über Jahrhunderte hinweg

Seit mehr als 250 Jahren werden Forschungen zum Stevns Klint durchgeführt und Artikel darüber verfasst. Seit Geologen und Paläontologen 1980 die These eines Asteroideneinschlags als Hauptursache für das große Massensterben vor 66 Millionen Jahren vorstellten, spielt Stevns Klint eine zentrale Rolle in der Forschung zu Massensterben. Das wissenschaftliche Interesse an Stevns Klint ist nach wie vor sehr groß, und es werden laufend Forschungsarbeiten von mehreren dänischen und internationalen Wissenschaftlern durchgeführt.Im Rahmen der Weltkulturerbe-Arbeit für Stevns Klint ist eine geologische Referenzgruppe tätig, die mit Initiativen und Entwicklungen im Bereich der geologischen Erhaltung und Forschung beiträgt und so eine breite Verankerung sowohl in nationalen als auch in internationalen Forschungsgemeinschaften unterstützt. Die Gruppe besteht aus Vertretern dänischer Forschungseinrichtungen, die aktiv geologische Forschung an Stevns Klint betreiben.

Neue Forschungsprojekte

Forscher sind am Stevns Klint herzlich willkommen. Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme, wenn Sie Forschungsprojekte zum Thema Stevns Klint planen.

Geologische Proben erfordern eine Genehmigung

Wenn Sie geologische Proben am Stevns Klint entnehmen möchten, benötigen Sie eine Genehmigung. Diese beantragen Sie, indem Sie sich an den Geologen und Museumsdirektor des Østsjællands Museum, Jesper Milàn, wenden. Dort erhältst du auch Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten Ort, an dem du Proben entnehmen kannst.

Wenn Sie in anderen Bereichen als der Geologie forschen, freuen wir uns ebenfalls sehr, von Ihnen zu hören. Bitte wenden Sie sich an die Weltkulturerbe-Koordinatorin Eva Waldorff.

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